
Die Walzgespräche der Manufactura Eggenburg finden halbjährlich zu unterschiedlichen Themen statt. Im Mai 2017 wurde das Thema Textil aus den diversen Bereichen des Handwerks, Kunst, Designs und Geschichte beleuchtet. Bei dieser Veranstaltung durfte Christina Raab und ich eine Ausstellung mit unseren und gemeinsamen Werken präsentieren.
Hier nun meine und eine gemeinsame Arbeit der Ausstellung.
Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen
Manuel Wandl 2005
Die alte Kunst des Tapisseriewirkens und die moderne Formensprache der Plakatkunst wurden in der Arbeit „Im Schweiße deines Angesichts“ miteinander kombiniert.. Die Szenerie entstand aus einem Fotozyklus heraus, der die Zubereitung, das gemeinschaftliche Essen und die Nachbereitung eines 3 Gänge Menüs für 6 Personen dokumentiert. Das biblische Zitat „ Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen“ weißt auf den Umstand hin, dass zuerst die harte Arbeit und danach erst die Muse kommt. Es blieb die bildliche Reduktion auf die Essensszene erhalten, da der Text auf die Vor- und Nachbereitung bereits hindeutet.
65 x 58cm | Bildwirkerei | Kette: Baumwolle; Schuss: Baumwolle

Who´s the bad
Manuel Wandl 2007/08
Der Wandteppich besteht aus 2 Teilen. Die Figurengruppe ist separat gewebt und aufappliziert.
Die Szene stammt aus einem Internetbericht über den Irakkrieg. Durch die enorme Schnelligkeit, Bilder über den ganzen Erdball zu versenden, bleibt oft die Hintergrundinformation auf der Strecke. Die Einordnung für den Betrachter wird dadurch schwieriger, und die Zuordnung zu einem größeren Kontext fast unmöglich. Es bleiben Fragen und Irritationen und dadurch Unsicherheit.
90 x 115cm | Bildwirkerei | Kette: Baumwolle; Schuss: Baumwolle

Der blaue Faden
Manuel Wandl 2006/07
Fast jede und jeder hat in dem Kleiderschrank eine Jeans hängen. Sie bekleidet uns fast in jeder Situation unseres Lebens. Sie ist ein Synonym für Freiheit und Unabhängigkeit. Sie ist ein Mythos mehrer Generationen. Sie entsagt sich der Mode und ist trotzdem ein Teil von ihr. Sie ist so widersprüchlich und nicht fest zu machen. Jede Jeans ist so individuell wie ihre Trägerin oder ihr Träger. Aber so richtig wollen wir uns nicht mit ihr auseinandersetzen. Oder macht man sich beim Anblick dieser Hose den Gedanken, was dahinter steckt – welche Geschichte dieses Kleidungsstück schon besitzt. Dieses Projekt wurde über 1,5 Jahre bildlich dokumentiert vom Einkauf des Materials bis zur fertigen Blue Jeans. Die Bilder sollen den Prozess der Herstellung eines textilen Handelsgut wieder
Jeansprojekt| Dokumentation mit Objekt | Baumwolle

1844
Manuel Wandl 2017
Im Juni 1844 kam es in Deutschland auf Grund einer Lohnkürzung zum schlessichen Weberaufstand, der blutig niedergeschlagen wurde. Heinrich Heine schrieb darauf das Gedicht „die armen Weber“.
Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
Wir weben, wir weben!…
Fast 200 Jahre später gibt es nach wie vor prekäre Arbeitsverhältnisse in der Textilindustrie.
123 x 95cm| Gewebeinstallation | Fiberglasgewebe geschnitten; bestickt

Growing up – sichtbar werden
Manuel Wandl 2014/15
81 x 60cm | Bildwirkerei | Kette: Baumwolle; Schuss: Baumwolle, Wolle, Polyamid

Excuse my Dust – T-shirt Kollektion
Christina Raab / Manuel Wandl 2017
Experimentelles Färbeverfahren auf T-shirts mit Mehlreservierung und Eisengallusfärbung



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